icon
Section

Wenn es um die Glättung der Haut und eine optische Verbesserung der Hautstruktur geht, gibt es keine einzige Substanz, die Vitamin A bzw. seinen Verwandten das Wasser reichen kann. Die Frage ist nicht ob, sondern wieviel sich mit Vitamin A erreichen lässt. Regelmäßig abends aufgetragen ist Vitamin A der „all-time hero“ bzw. der „all-time champion“.

Cordero hat 1983 erstmalig anekdotisch die Beobachtung publiziert, dass Vitamin A hautverjüngend wirkt. 1986 hat einer der größten Dermatologen aller Zeiten, der Amerikaner Albert Kligman, die Wirkung von Vitamin A auf die Glättung der Haut an mehreren Probanden systematisch untersucht und publiziert. In den Jahren danach war es besonders die Arbeitsgruppe von John Voorhees von der University of Michigan, die in groß angelegten Studien die biochemischen Mechanismen untersucht und beschrieben hat, die der lokalen Anwendung von Vitamin A und seinen Verwandten zugrundliegt. Die Ergebnisse wurden zum Teil in den angesehensten medizinischen Journalen dieser Welt, z.B. in Nature oder im New England Journal of Medicine publiziert. Nach Vitamin A kommt erst mal ganz lange gar nichts und dann folgen Substanzen wie Vitamin C, Vitamin E oder auch Niacin, bevor erst mal ganz lange wieder gar nichts kommt. Wer rational pflegt und die Struktur seiner Haut verbessern möchte, kommt daher um Vitamin A nicht herum.

Was ist Vitamin A?

Vitamin A kommt in tierischen Produkten sowie als Vorstufe (Provitamin A) in Pflanzen, besonders in Karotten und Tomaten, vor. Es wird in der Leber gespeichert und beeinflusst unzählige Stoffwechselvorgänge in unserem Körper. Für die Haut ist Vitamin A interessant, weil es ein relativ kleines Molekül ist, das aufgrund seiner guten Fettlöslichkeit exzellent in die Haut eindringt.

Was macht Vitamin A in der Haut?

Vitamin A bessert zahlreiche Störungen der Haut und beeinflusst auch die gesunde Haut auf vielen Ebenen positiv. Es reinigt, peelt (verdünnt und schält die Hornhaut), verdickt die Epidermis, wirkt gegen Hautunreinheiten, reguliert Talgdrüsen, gleicht Pigmentstörungen aus, regeneriert die Haut nach Sonnenschäden und hemmt Enzyme, die Kollagen zerstören. Dieser zuletzt genannte Effekt bewirkt, dass Vitamin A die Haut glätten und kleine Fältchen beseitigen kann.

Wie kommt es zur Hautalterung?

Die Hautalterung hat zahlreiche Ursachen. Die genetische Hautalterung trifft auf alle Hautzellen zu, egal ob an Pobacke oder an Nasenspitze. Sie ist Ausdruck der normalen Lebensalterung und wird primär von innen gesteuert. Auf diese pfropft sich die äußere Hautalterung auf. Diese findet nur da statt, wo die Haut dauerhaft dem UV- bzw. Außenlicht ausgesetzt wird. Diese äußere Hautalterung kommt besonders dadurch zustande, dass UV-Licht zur Ansammlung von Sauerstoffradikalen führt, die wiederum kollagenzerstörende Enzyme aktivieren.

»Die Frage ist nicht ob, sondern wieviel sich mit Vitamin A erreichen lässt.«

Wie kommt es bei der Hautalterung zu Falten?

Die Oberhaut (Epidermis) ist mit ca. 0.1 mm Durchmesser nur sehr dünn. Der wesentliche Querschnitt der Haut wird durch die dicke Lederhaut gebildet, die der Haut ihre Struktur gibt. Sie ist mehrere Millimeter dick. Sie besteht im Wesentlichen aus Kollagenfasern und in geringerem Maße auch aus elastischen Fasern. Die Kollagenfasern unterliegen einem ständigen Umbau. Wenn jetzt der Kollagenabbau verstärkt wird, da die kollagenzerstörenden Enzyme durch Sauerstoffradikale aktiviert werden, wird das Bindegewebsgerüst der Lederhaut derart gestört und derangiert, dass Kollagen schwindet, was wiederum die vorzeitige Entstehung von Falten begünstigt.

Was kann Vitamin A hier bewirken?

Vitamin A hemmt die kollagenzerstörenden Enzyme. Dadurch werden diese stumm geschaltet und Kollagen bleibt erhalten bzw. seine Neubildung wird nicht mehr gestört.

In welcher Konzentration wird Vitamin A wann und wie angewendet?

Die optimale Konzentration liegt bei 0.3% Vitamin A (Retinol). Diese entfaltet eine gute Wirksamkeit ohne die Haut zu stark zu reizen. Da Vitamin A lichtempfindlich ist, sollte es abends zum Einsatz kommen. Ideal ist, Vitamin A zu Beginn nur 2 x wöchentlich (z.B. nur montags und donnerstags) anzuwenden. Nach 3 - 4 Wochen kann die Anwendung auf 3 x wöchentlich erhöht werden. Wer dies wiederum nach einigen Wochen problemlos verträgt, kann Vitamin A auch jeden Abend anwenden.