Die Haut folgt keinen eigenen Ernährungsregeln. Was dem Körper guttut, gilt auch für die Haut.
Beim Thema Ernährung ist die Verwirrung groß: Trends, Superfoods, Detox-Protokolle, widersprüchliche Studien. Doch was ich in Jahrzehnten der Praxis beobachtet habe, ist letztlich erstaunlich einfach. Es gibt keine Hautdiät, Herzdiät oder Gehirndiät. Es gibt nur eine Ernährung, die für alle Zellen funktioniert, weil alle Zellen denselben biochemischen Regeln folgen. Das klingt trivial, hat aber weitreichende Konsequenzen. Ich spreche hier von OneHealth: dem Zusammenspiel aller Organe als System. Und was für dieses System gilt, gilt genauso für die Ernährung, also: OneNutrition. Denn: Was Herz, Leber und Gehirn nährt, nährt auch die Haut. Und was ihnen schadet, schadet auch ihr.
Die Haut ist ein ehrliches Organ. Was wir unserem Körper zufügen, spiegelt sie wider. Kurzfristige Exzesse hinterlassen kurzfristige Spuren: ein Pickel nach zu viel Vollmilchschokolade ist lästig, aber versöhnlich. Langfristig schlechte Ernährung allerdings quittiert die Haut mit fahlem Teint und gestörter Barriere. Mit zunehmendem Alter sieht man es der Haut auch an, ob jemand regelmäßig zu viel Alkohol trinkt. Die Haut lügt nicht.
Nicht nur was man isst entscheidet, sondern auch wie viel und wann. Gelegentliche Kalorienrestriktion – Intervallfasten, Dinner Cancelling – zeigt in Studien positive Effekte auf Gesundheits- und Lebensspanne. Der Grund: Eine stets gefüllte Speisekammer scheint für die Gesundheit unserer Zellen nicht optimal zu sein. In Phasen der Unterversorgung beginnen Zellen, sich von dem zu ernähren, was nicht mehr gebraucht wird. Dieser Prozess, den die Wissenschaft als Autophagie bezeichnet, ist eine Form zellulärer Selbstreinigung. In diesem Zusammenhang spielt auch das Tempo der Nahrungszuführung eine Rolle. Denn das Sättigungsgefühl setzt oft erst nach 15 bis 20 Minuten ein. Das heißt: Wer schnell isst, hat längst zu viel gegessen, bevor es ankommt.
Bewegung gehört in dasselbe System. Kraft und Ausdauer sind keine Kür, sondern Voraussetzung für ein langes, selbstbestimmtes Leben. Und nicht zuletzt für die Haut. Jedes Training verbessert die Durchblutung und damit die Versorgung der Haut mit Nährstoffen. Die Muskulatur produziert dabei Botenstoffe, die entzündungshemmend wirken und den gesamten Organismus schützen. Mit zunehmendem Alter wird Training nicht weniger wichtig, sondern mehr.
Weit ausführlicher behandle ich die Thematik in Kapitel 3 meines Buches – How to Look Better: 10 Maximen für eine schöne Haut und ein besseres Leben.